Interview mit Deron „Rocky Jr.“ Boateng für We Love MMA 88 in Frankfurt
Deron jetzt ist es endlich so weit und Du wirst den Titelkampf bestreiten in der Gewichtsklasse bis 70 Kilo. Welche Bedeutung hat das für Dich?
Für mich hat das eine riesen Bedeutung richtig große Bedeutung, dass ich jetzt endlich um den Titel kämpfen kann und ja ich will ja zeigen, dass ich der Beste bin. Es war ja schon im vergangenen Jahr geplant, dass ich hätte kämpfen sollen gegen ihn Tobias Eylitz, den Titelträger, aber dann wurde der Kampf wegen Verletzung abgesagt. Aber nun ist es endlich so weit und ich bin zwar generell ein geduldiger Mensch aber jetzt endlich jetzt will ich auch den Titelkampf und ich will vor allen Dingen den Titel von We Love MMA.
Wie geht’s Dir aktuell wie gut bist Du in Form, denn Du hast eine längere Zeit aussetzen müssen wegen Verletzungen?
Ja es hat mich ganz schön geplagt, ich hätte einige Male kämpfen wollen und dann konnte ich nicht antreten. Das war bei We Love MMA so und auch bei anderen Veranstaltungen. Jedes Mal kam was dazwischen und na ja, jetzt ist es schon eine ganze Weile her, dass ich das gekämpft habe. Das war im September 25 bei We Love MMA bei meinem Sieg gegen Rene Runge.
Aber, jetzt ich mich gut, jetzt bin ich gesund, es läuft alles Top. Ich bin voll drin in der Vorbereitung und ich werde in Bestform sein.
Wenn Du nach Frankfurt kommst, bist Du dann so ein bisschen der Publikumsliebling?
Auf jeden Fall bin ich beim Publikum ganz ganz vorn. Ich habe ja schließlich schon drei Kämpfe Frankfurt gemacht und ich fühle mich da echt ganz wohl. Da wird eine gute Welle von Leuten kommen, extra für mich. Die machen sich aus meiner Kindheitsstadt Mainz auf den Weg. Da kommen die Freunde die Familie, also das ist ja nicht so weit weg und ich habe ja auch eine Frankfurter Vergangenheit, habe einige Zeit dort gelebt. Vor allem meine Jungs die aus meiner Nähe sind, meine Brüder quasi meine Homeboys so von früher und die ganzen Jungs aus dem Gym, wir werden ordentlichen Support machen.
Wer sind denn Deine Homeboys und woher kommen die?
Das sind die Jungs die immer zu mir halten, die kenne ich schon von früher. Das sind vor allen Dingen auch Jungs mit denen habe ich früher schon zusammen ja Faxen gemacht und es war nicht immer alles so ganz okay, aber auf die kann ich zählen. Und ja, wir haben es rausgeschafft. Wir hatten damals vielleicht nicht gerade eine große Perspektive, viele hatten keine Väter, dann waren wir in Schlägereien verwickelt, haben die Schule geschwänzt, also da war eine Menge dabei. Doch jetzt haben wir es geschafft. Die sind alle berufstätig, machen alle ihren Weg haben alle die richtige Richtung eingeschlagen. Wir sind raus aus dem Teufelskreis!

Was heißt Teufelskreis?
Wir können es ziemlich klar sagen, also wenn das so weitergegangen wäre so mit den Zeiten in der Jugend, dann wäre ich wahrscheinlich auch im Knast gelandet, hätte mit Drogen angefangen, hätte Drogen verkauft oder wäre vielleicht sogar schon tot. Das war `ne krasse Zeit in der Jugend. Ich bin ja in Mainz aufgewachsen, in einem Problemviertel am Lerchenberg. Da war früher jeden Tag die Polizei, da wurden Leute abgestochen, das war wirklich sehr asozial. Und ich war damals so 16 bis 19, mitten drin, eine richtig schwierige heftige Zeit.
Gab es einen Moment, an dem sich alles entschieden hat, der Dein Leben verändert hat?
Ich habe viel Scheiße gebaut und da gab es sicherlich mehrere Sachen, aber eines war vielleicht ganz besonders. Ich hatte schon Probleme wegen Diebstahl, Schlägereien und auch wegen Hehlerei. Doch als ich mal in einem Laden was geklaut habe, da kam die Polizei zu uns nach Hause und meine Mutter war nicht da. Da mussten wir Geschwistern ins Kinderheim für mehrere Wochen. Ich wurde angezeigt und da habe ich gemerkt jetzt hast Du richtig Scheiße gebaut.
Ist Eure Familie in den vergangenen Jahren dadurch vielleicht noch enger zusammengewachsen?
Das kann man so sagen. Meine Mutter war alleinerziehend und mein Papa der ist weggegangen, da war ich so sechs Jahre alt. Ich habe nur ganz wenig Kontakt mit ihm gehabt, so gut wie nie. So hatte ich niemanden an den ich mich klammern konnte. Mein Bruder ist später dann vielleicht mein Vorbild geworden, der ist immer stark geblieben, war immer klar im Kopf und der hat das alles ganz gut gemanagt. Meine Schwester ist von einem anderen Vater, der ist 2025 an Krebs gestorben. Mittlerweile hat sie Familie, ich bin Onkel, also da hat sich schon einiges getan.
War Deine eigene Kindheit der Grund dass Du dich jetzt so stark für Jugendliche engagierst?
Ja, weil ich weiß, wie es ist und deshalb bin ich unter anderem jetzt Schulwegbegleiter. Ich betreue Kinder in Einrichtungen vom Sozialamt, bin für die Kinder da. Das mache ich von Montag bis Freitag. Da arbeite ich in einer Notunterkunft im Kinderheim mit und ja, da sind, Kinder dabei die sind obdachlos also die stehen wahrlich nicht auf der Seite des Lebens wo die Sonne scheint. Ganz ganz im Gegenteil.
Was gibt Dir diese Arbeit mit diesen Kindern?
Es ist beruhigend für mich, es gibt eine Art Dankbarkeit. Ich erfahre ein richtiges Glücksgefühl und ich helfe ja den Kindern und diesen Jugendlichen in ihren schwierigen Situationen. Es gibt viele die sind oft so in sich gekehrt, aber das macht nichts, ich nehme das ja nicht übel. Ich spüre auf eine bestimmte Art und Weise, dass sie sich dankbar zeigen. Ich bin ja selber auch ein etwas schüchterner Mensch, von daher kann vielleicht ich mich, besonders gut, in genau solche Kinder hereinversetzen.
Hast Du selbst den Wunsch eine Familie zu gründen?
Klares ja. Und eines kann ich ganz klar sagen, also wenn es jemals olympische Medaille gibt für den besten Papa der Welt, dann werde ich da immer Gold holen. Ja das ist völlig klar, ich werde der beste Papa sein, den man sich nur vorstellen kann und meine Kinder, für die werde ich immer da sein, die werden mein Ein und Alles sein.
Bevor Du ins Cage gehst, sieht man immer, dass Du ein Gebet sprichst. Spielt Religion für Dich im Zusammenhang mit Deinem Sport eine Rolle?
Ich bin damit groß geworden und gehe auch jetzt noch in die Kirche. Wenn es dann so weit ist und ich auf dem Weg bin zum Kampf bin, beim Cage ankomme, dann stelle ich mich hin, dann nehme ich die Hände nach oben und mache noch mal ein Gebet. Für mich ist das gut, es gibt mir so ein bisschen Kraft, ja fühle mich dann so als wäre Gott an meiner Seite.
Dein Gegner im Titel Kampf in Frankfurt wird Moritz Merten. Was erwartest Du?
Einen richtigen Banger so einen richtigen Kracher-Kampf. Moritz ist einer der vielleicht mehr so im Striking macht, ich komme ja eher vom Grappling. Ich weiß, was er macht und ich werde mit Feuer kommen, das kann ich schon mal versprechen. Denn ich bin richtig heiß und ich freue mich auf den Kampf und ich denke auch, es wird ein wahnsinnig guter Kampf.
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