Interview mit Robert „Rob“ Bisso für We Love MMA 88 in Frankfurt
Hallo Rob sag mal wie bist Du und Deine Brüder zum MMA gekommen?
Wir haben eigentlich alles gemacht ganz verschiedene Sportgeschichten. Ich habe lange Fußball gespielt und die anderen beiden die waren beim American Football. Das habe ich auch so ein, zwei Jahre mitgemacht. Dann hat einer angefangen mit Kampfsport erst mit Kickboxen, der andere mit Boxen und ich dann halt mit MMA. So kam das dann mit der Zeit wie von selbst, dann sind die anderen halt auch zum MMA gegangen. MMA wurde immer populärer, interessanter und dann haben wir das Infinitus Gym gefunden und das waren gute Leute, gute Coaches und ja jetzt sind wir voll dabei.
Vor kurzem hat Dein Bruder David gekämpft. Wie ist das für Dich als Zuschauer?
Tatsächlich bin ich nervöser, wenn die Geschwister kämpfen, als wenn ich selber einen Kampf habe. Das regt mich dann noch riesig auf und das Problem ist ja, in der Situation habe ich keinen Einfluss auf das Kampfgeschehen. Das ist echt total komisch, ich kriege da richtig Herzrasen, bin nervös und habe feuchte Hände. Komisches Gefühl die ganze Situation. Natürlich, weil es ja die Brüder sind, also die eigene Familie, das geht mir viel mehr an die Substanz. Da war aber der Glücksmoment noch viel intensiver, als er gewonnen hatte.
Wir sind enge Geschwister und da freut sich einer für den anderen, lebt und leidet auch mit dem anderen.

Du hast Deinen ersten Pro-Kampf bei We Love MMA gemacht. Hat ein neuer Abschnitt begonnen?
Ah der erste Pro-Kampf, das war ein super Gefühl, also das war Wahnsinn und vor allem war ja geil, weil mein Bruder David auch noch am selben Tag bei We Love MMA gekämpft hat. Und wir haben beide gewonnen.
Dafür haben wir lange trainiert, haben uns ja lange vorbereitet. Es war aber kein großer Unterschied, weil wir im Training ohnehin schon immer mit 5 Minuten pro Runde trainieren. Der Druck war vielleicht ein bisschen höher und dafür wars umso schöner zu gewinnen.
Warum habt ihr euch alle drei für MMA entschieden?
Ich sage immer: Wir haben es einfach im Blut. Ich kann mir nichts anderes mehr vorstellen, das liegt bei uns in den Genen. Wir haben schon diesen Körperbau. Dafür sind wir einfach gemacht, für MMA. Für mich ist das die kompletteste Sportart, technisch, intensiv und uns hat es einfach voll gepackt.
Wie viel nimmt MMA und Sport in Eurer Familie ein?
MMA ist immer Thema bei uns, Sport generell, aber besonders MMA. Aktuell natürlich We Love MMA. Wir sehen keine Grenzen, wir wollen ja Weiterkommen. Step by Step uns einen Namen machen und dann mit den besten Leuten kämpfen. Der Traum ist es vom Profisport irgendwann leben zu können. Im Augenblick arbeite ich noch Vollzeitig in der Logistik-Planung. Ist nicht einfach, ich trainiere jeden Tag, habe kaum Pausen. Alles ist eingetaktet mit wenig Privatleben. Meine Partnerin Adriana macht eine Menge mit, aber die kennt mich jetzt seit fünf Jahren und die supportet mich auch z.B. während der Diät und während der Wettkampfvorbereitung. Die weiß wie sich das anfühlt und wie alles funktioniert bei uns.
Habt ihr generell eine enge Familienbindung?
Ja, bei uns in der Familie da führt kein Weg aneinander vorbei. Ich muss sagen, meine Mutter, die war alleinerziehend und da war nicht immer alles easy-peasy. Aber da ich und mein Bruder David nur ein Jahr auseinander sind, haben wir viel übernommen. Wir hatten den gleichen Freundeskreis, wir waren auf derselben Schule, das lief immer so auf Augenhöhe. Peter ist „der Kleine“, der ist 2001er-Jahrgang, da waren wir für ihn immer so die Großen die sich um alles mit gekümmert haben. Das mit „der kleine“ hört er aber nicht gern. Es war immer ganz eng bei uns in der Familie und ist auch heute noch so.
Gab es ja mal Probleme für Euch drei Brüder so im Umfeld?
Das bleibt nicht aus, weil uns Leute ansehen und sehen den Migrationshintergrund. Da schauen immer mal welche komisch auf einen und da kriegst Du auch öfter mal wegen der dunklen Hautfarbe einen Spruch ab. Die haben uns provoziert, die wollten es wissen und als dunkelhäutiger da reagierst Du dann vielleicht auch ganz anders auf solche Leute. Das ist am Anfang sicherlich komisch, aber irgendwann musst Du halt damit klarkommen. Als Kind war das anders, da hat es, wenn es Probleme gab, da gab es dann auch schon mal eine auf die Schnauze. Das wurde so geklärt, aber danach hat man sich die Hand gegeben und dann war das wieder vorbei. Das kannst Du heute natürlich nicht mehr so machen.
Du und Deine Brüder ihr habt schon bei We Love MMA gekämpft. Wie seht ihr die Serie?
Die Atmosphäre, die gefällt mir sehr. Das Publikum ist gut, geht voll mit. Es ist top organisiert und deshalb war es überhaupt keine Frage, dass ich dort kämpfe. Und bevor Du fragst: Irgendwann will ich auch um einen Gürtel kämpfen, am besten wohl im Mittelgewicht.
Das Geld spielt vielleicht auch eine Rolle, noch nicht im Moment, aber später. Wie gesagt, ich will ja mal Profi werden also vom Einkommen leben können. Aber bevor ich ans Geld denke muss ich erstmal gute Kämpfe abliefern und deshalb bei solchen ordentlichen, seriösen Veranstaltungen kämpfen. Alles andere kann ich mir dann anschauen.
Wie groß ist schon die Aufregung für We Love MMA 88 in Frankfurt?
Ich habe definitiv einen Heimvorteil und das spricht für mich. Ich bin privat viel in Frankfurt, habe viele Freunde in Frankfurt und da ich in Hanau lebe, bin rasch mittendrin in der Innenstadt. Im Augenblick ist noch so nicht ganz die heiße Phase, deshalb kann ich noch gar nicht sagen wie viele Leute mitkommen werden und wie viele mich unterstützen. Das kommt meistens erst so ganz kurz vor dem Kämpfen, wenn alle anrufen und nach Karten fragen. Die wollen alle natürlich dabei sein, das wird diesmal garantiert genauso sein.
Was weißt Du über Deinen Gegner Nicolas Ighodaro?
Ich mache mich da nicht so verrückt, ich sehe wahrscheinlich erst kurz vorher mal so ein bisschen noch die Videos an. Meistens ist es so: Die Coaches, die machen das im Vorfeld, dann stellen wir das Training darauf ein und die leiten mich an. Ich vertraue auch auf das, was die Coaches sagen und was sie machen.
Habt ihr schon darüber nachgedacht den Namen „Bisso-Brothers“ als Markenzeichen zu verwenden?
Tatsächlich haben uns schon manchmal Leute darauf angesprochen und wir überlegen wirklich, ob man damit vielleicht so ein Signatur entwerfen kann. Klar „Bisso-Brothers“, wir sind drei Jungs und ich habe es ja schon gesagt: Wir haben es im Blut, wir sind einfach für MMA gemacht.
Aber eines das wird es nie geben, niemals. Niemals werden wir Brüder einer gegen einen anderen einen Kampf bestreiten, auf gar keinen Fall.

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